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Park vor der Haustür

Duisburg Nord Bruckhausen

Transformation - Mit dem neuen Park wird ein ehemals dichtbebauter und industriell belasteter Stadtteil zu einem dynamischen Volkspark transformiert. Er steht im spannungsvollen Wechselspiel zwischen urbanen und landschaftlichen Atmosphären. Das Landschaftsbauwerk als begehbare Raumskulptur, die Park- und Heckenwaldstrukturen sowie die zentralen Rasen- und Wiesenflächen sind die elementaren Bausteine.
Als idealisierter Naturraum, folgt er in seiner Grundkonzeption dem Motiv des Volksparks. Das klare Raumgerüst von baumbestandener Rahmung, Raumskulptur und offener Lichtung ermöglicht ein Empfinden von Dichte und Weite im Freiraum.

Mit dem im Jahr 2010 ausgelobten und gewonnenen Wettbewerb zum Grüngürtel Duisburg-Nord Bruckhausen waren wir vor die große Herausforderung gestellt worden, ein Konzept sichtbar und erlebbar werden zu lassen, welches im Rahmen einer der größten Stadtumbaumaßnahmen der alten Bundesländer zahlreiche Anforderungen erfüllen musste, um die zukünftige Lebensqualität der Bewohner zu verbessern und zu stabilisieren.

Das Parkkonzept
Der Park steht im spannungsvollen Wechselspiel zwischen urbanen und landschaftlichen Atmosphären. Als idealisierter Naturraum, folgt er in seiner Grundkonzeption dem Motiv des Volksparks mit zentralen Rasenflächen zum Spielen, Grillen und Entspannen. Das klare Raumgerüst von baumbestandener Rahmung, Raumskulptur und offener Lichtung ermöglicht ein Empfinden von Dichte und Weite im Freiraum.
Zwei unterschiedlich ausformulierte Kanten, die sich in ihrer Form und Nutzung unterscheiden, rahmen die Rasenflächen. Form und Nutzung reagieren wiederum auf die Nachbarschaft.
Gehölzstrukturen und Bodenmodellierungen schaffen es, durch bewusste Setzungen den Innenraum des Parks zu stärken und gleichzeitig an exponierten Stellen die Sichtbezüge zum Stadtraum und den Industrieanlagen herzustellen.
Der neu gestaltete Park verbindet und hebt gestalterische und ökologische Belange gleichermaßen hervor. Dabei verschmelzen die Begriffe Stadtpark, Stadtgarten, Stadtplatz zu einer neuen Einheit.
Der Wall als begehbare Raumskulptur wurde umwelt- und ressourcenschonend aus 80.000m³ Boden hergestellt. Der Einbau von über 550 unterschiedlichen Betonfertigteilen ermöglicht ein optimales Verhältnis zwischen topografischer Raumkante und ebener Fläche. Die dichte Pflanzung von Laubgehölzen in Form eines Hecken- und hallenartigen Parkwaldes überhöht das Landschaftsbauwerk.
Eine urbane Promenade mit eingeschobenen Platzräumen verbindet spielerisch den Stadtteil mit dem Park. Sie ist Träger dynamischen und urbanen Treibens und nimmt die wesentlichen aktivitätsbezogenen und generationsübergreifenden Funktionen auf (Spiel- und Bewegungselemente, Skaten, Fitnessgeräte Spielplätze für unterschiedliche Altersklassen).
Die wegebegleitende Pflanzung von Obst- und Blühgehölzen vermittelt zwischen den angrenzenden Wohngärten und dem Park. Duft und Blüte verleihen dem Ort einen kontemplativen Charakter.
Platzsituationen und Promenade werden durch ein filigranes Netz aus Nebenwegen, welche die einzelnen Hochpunkte der Raumskulptur erschließen, miteinander verbunden und komplettiert.
Die zentralen Rasen- und Wiesenflächen sind neben der Erlebbarkeit von Weite und Dichte der Ort für zahlreiche Spiel- und Bewegungsflächen (Bolzen, Grillen, etc.). In extensiver genutzten Parkbereichen verleihen Blumenwiesen, aus einer eigens zusammengestellten Saatgutmischung, dem Ort besondere Blüh- und Duftaspekte.


Blick über das Quartier von Norden | Reinerstraße und Luftbild vor dem Stadtumbau © Günter Matczik EG DU, J. Rossa, EGDU | r+b, 2010


Park vor der Haustür nach der Intervention | Blick gen Rhein über die Industrieflächen von Thyssen Krupp Steel © Hans Blossey, Blossey | r+b, 2015


Planungsraum und Entwurfsplan des Parks vor der Haustür © r+b landschaft s architektur, r+b, 2013


Landschaftsbauwerk vom Park aus gesehen Richtung Westen mit Höchöfen © r+b landschaft s architektur, r+b, 2016


Landschaftsbauwerk mit Blick Richtung Süden | KiTa und Kopfbauwerk Süd © r+b landschaft s architektur, r+b, 2016


Detailausschnitt der Betonstützelemente | Fotomatrizzen mit historischen Verweisen © r+b landschaft s architektur, r+b, 2016


Blick gen Norden über die linearen Stützelemente und die Landschaftsskulptur © r+b landschaft s architektur, r+b, 2016


Landschaftsschaukeln auf den Hochpunkten der Landschaftsskulptur © r+b landschaft s architektur, r+b, 2016


"Die Schleuse" mit Spielplatz im nördlichen Parkabschnitt © Hans Blossey, Blossey | r+b, 2015


Blick gen Norden Richtung "Schleuse" | Die Strukturen der Förderbänder spiegeln sich in der Landschaftsskulptur wieder © Thomas Wolf, Wolf | r+b, 2016


Entwurfsverfasser
r+b landschaft s architektur

Mitarbeiter
Jens Rossa, Sonja Rossa-Banthien,
Susanne Adolphi, Annegret Stöcker


Fachplaner / Bauleitung
Tragwerksplanung
Engelbach und Partner Ingenieurgesellschaft Dresden mbH, Dresden
Baugrund
GFP-Ingenieurbüro für Geotechnik und Umweltplanung GbR, Duisburg
Bauleitung
Dipl. Ing. Yves Boschloos, Essen in Vertretung für r+b landschaft s architektur

am Bau beteiligte Firmen
Heinrich Walter Bau GmbH, Borken
Garten- und Landschaftsbau Vornholt GmbH, Borken-Burlo


Auftraggeber | Bauherr
Stadt Duisburg, vertr. durch die EGDU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH

Bearbeitungszeitraum
04|2010 - 12|2015

Planungs- / Baukosten