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Steinwald-Schule

Berlin-Marienfelde

Die überalteten und nicht barrierefreien Außenanlagen der Förderschule Steinwald-Schule in Berlin-Marienfelde wurden komplett umgestaltet und an die besonderen Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen angepasst:

Entwicklung zu einer Schule des sonderpädagogischen Förderschwerpunktes „Geistige Entwicklung“,
Neugestaltung barrierefreier Freianlagen mit Pausenhof, integrativen Spiel- und Sportanlagen, Verkehrsgarten und Vorplätzen, Fläche ca. 8.500 m²

In der Schule werden Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren unterrichtet. Viele der Schüler sind körperlich und geistig mehrfach behindert mit entsprechendem Förder- und Therapiebedarf. Im Rahmen einer Ganztagsbetreuung werden etwa 100 Kinder von insgesamt ca. 60 pädagogischen Fachkräften unterrichtet und betreut.

Ziel war die Entwicklung inklusiv nutzbarer Angebote unter dem Motto „Null-Barriere“, um allen Kindern unabhängig ihres Förderbedarfs ideale Bedingungen auch im Außenraum zu ermöglichen. Das Zebrastreifenmotiv markiert dabei deutlich alle Ein- und Ausgänge. Es dient damit als optische Orientierungshilfe auf dem gesamten Schulareal und verbindet Innen- und Außenraum miteinander. Es unterteilt den Pausenhof in die klar ablesbaren Funktionsbereiche:
Multifunktions-Sportplatz, Spiellandschaft, Baumhain, Pausenfläche, Verkehrsgarten, Extensive Grünbereiche. Diese korrespondieren auch mit den Nutzungseinheiten des angrenzenden Schulgebäudes, z.B. Sporthalle - Bolzplatz, Mensa - Aufenthaltbereich usw. Durch die Neudimensionierung, Anordnung und Gestaltung der verschiedenen Funktionsbereiche wurden differenzierte und abwechslungsreiche Raumqualitäten geschaffen:
Dichte (baumbestandener Verkehrsgarten) – Weite (Pausenfläche), Aktion (Spielgeräte) – Ruhe (Holzplateaus),
Aufenthalt (Baumhain) – Bewegung (Sportplatz), offen (Pausenfläche) – geschlossen (Spiellandschaft). Kräftige Farben und klare Formen bestimmen das eigenständige Erscheinungsbild des Außenraums.

Spiellandschaft:
Besonderes Augenmerk wurde bei der Ausstattung der Flächen auf barrierefreie und integrative Spielgeräte gelegt. Der Schule war zudem sehr daran gelegen, möglichst viele und unterschiedliche Schaukelmöglichkeiten anzubieten. Besonderes Highlight ist die Rollstuhl befahrbare Spiellandschaft, die mit ihren 3 Türmen die Dreiteilung des Schulgebäudes aufgreift und vielfältige Räume für eigene und unterstütze Entdeckungen und Spiele bietet. Die gesamte Konstruktion und Verkleidung besteht aus unbehandeltem Eichenholz, welches an den Außenseiten naturbelassen ist und an den Innenflächen der Türme in 3 verschiedenen Pink-Tönen lasiert wurde. Eine lange rollstuhlgerechte Rampe verbindet die Spieltürme auf unterschiedlichen Niveaus bis hin zu einer Rutsche, die durch einen barrierefreien Umsetz- und Auslaufbereich auch für Rollstuhlfahrer nutzbar ist.
Die Türme selbst sind mit unterschiedlichen Spielangeboten belegt. Die Rampe selbst wurde mit Klang- und Tastspielen ausgestattet und damit zum Erlebnispfad. Weiterhin gibt es u. a. Sandspielflächen mit Liegebrettern, weitere Rutschelement, motorische Schiebespiele und Liegenetze.

Pausenfläche:
Zwischen einem Baumhain und dem baumüberstandenen Verkehrsgarten kann eine offene Pausenfläche multifunktional für Feste, Gruppenspiele, Radfahren etc. genutzt werden. Auf dem Boden aufgemalte Hüpfspiele regen zum Spiel und zur eigenen Flächengestaltung an.

Verkehrsgarten:
Der Verkehrsgarten blieb in seiner Funktion und mit dem vorhandenen Baumbestand erhalten. Er wurde barrierefrei und etwas vom Eingangsbereich zurückgesetzt umgestaltet und mit weiteren Spielfunktionen auf den „Verkehrsinseln“ ergänzt. Es wurde eine Ampel mit Signalgebern für blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer installiert. Einige max. 2 cm erhöhte Rundborde dienen der Trainingssituation.

Extensive Grünbereiche:
Durch die Umstrukturierung der Flächen konnten zusätzliche Grünbereiche generiert werden.


Besonderes Highlight ist die Rollstuhl befahrbare Spiellandschaft, die mit ihren 3 Türmen die Dreiteilung des Schulgebäudes aufgreift und vielfältige Räume für eigene und unterstütze Entdeckungen und Spiele bietet. © Nina Straßgütl, KuBuS, 2014


Lageplan © KuBuS, 2010


Funktionsschema © KuBuS, 2010


Spiellandschaft - Impressionen © Nina Straßgütl, KuBuS, 2014


Spiellandschaft - Impressionen 2 © Nina Straßgütl, KuBuS, 2014


Der Verkehrsgarten wurde barrierefrei und etwas vom Eingangsbereich zurückgesetzt umgestaltet und mit weiteren Spielfunktionen auf den „Verkehrsinseln“ ergänzt. © Nina Straßgütl, KuBuS, 2014


Sportplatz: Als Ballfang wurde ein weiches und geräuscharmes Netzsystem („Soccer Court“) verwendet, welches an den Längsseiten nur als niedriger Zaun ausgebildet wurde und so dem Raum mehr Offenheit verleiht. © Nina Straßgütl, KuBuS, 2014


Zugänge, Verbindungswege, Spielpunkte am Weg © Nina Straßgütl, KuBuS, 2014


Entwurfsverfasser
Rabea Seibert, KuBuS freiraumplanung GmbH & Co. KG

Mitarbeiter
Geschäftsführer: Rudolf Kaufmann
Projektleitung: Rabea Seibert
Mitarbeit: Till Bacherer, Philipp Liepelt


Fachplaner / Bauleitung
Hochbau (Schule): Numrich Albrecht Klumpp
Gesellschaft von Architekten mbH
Bauleitung Freianlagen: KuBuS freiraumplanung

am Bau beteiligte Firmen
GaLaBau-Firma: Reinhold Fehmer GmbH, Falkensee
Spiellandschaft: Kernholz GmbH Berlin
Elektro: Ing. Büro Ingo Acker
TGA: MMP Ingenieurgesellschaft mbH


Auftraggeber | Bauherr
Bezirksamt Tempelhof Schöneberg von Berlin, Schul- und Sportamt (Träger und Bauherr)

Bearbeitungszeitraum
05/2009 - 12/2013 in 4 Bauabschnitten

Planungs- / Baukosten
€ 1.04 Mio