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© Gereon Holtschneider • Gereon Holtschneider

 

© ClubL94 • ClubL94

 

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Entwurfsverfasser Landschaftsarchitektur:
club L94 Landschaftsarchitekten, Köln, Prof. Landschaftsarchitekt Burkhard Wegener, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Frank Flor, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Jörg Homann, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Götz Klose

Mitarbeiter: Frank Helmke, Heike Plagmann
Auftraggeber/Bauherr: Gemeente Vaals
Bearbeitungszeitraum: 2013 - 2016
Planungs-/Baukosten: ca. 2,5 Mio. Euro



Juryurteil:

Die Gemeinde Vaals liegt im Osten Limburgs, direkt an der deutschen Grenze zu Aachen. Diese Region ist seit mehreren Jahrhunderten von einer intensiven deutsch-niederländischen Verflechtung gekennzeichnet, die sich insbesondere in der Tuchproduktion von Vaals niederschlug. Der Entwurf von Club L 94 entwickelt aus dem geschichtlichen Hintergrund einen sensiblen, ortsbezogenen Entwurf für die Neugestaltung des Marktplatzes und der angrenzenden Straßenzüge.

Mit der städtebaulichen Neuordnung des Gemeindehaus - Areals soll auch der angrenzende öffentliche Raum aufgewertet werden. Im Mittelpunkt des Entwurfes steht der neue Marktplatz, der das Gemeindehaus prominent herausstellt und gleichzeitig eine multifunktional nutzbare Freifläche ausformuliert. Über eine Intarsie, die die typischen Webmuster der Region nachzeichnet, erhält der Platz ein prägnantes Zentrum.

Der Besucher wird über eine Sequenz aus gestalteten Straßen und kleinen Plätzen zu dieser neuen Mitte geleitet. Dabei stand die Färbertradition des Ortes Pate; zwei Brunnen und der Färbergarten reflektieren die Historie und machen die alte Handwerkstradition des Viertels erlebbar.

Es gelingt, durch die geschickte Verbindung von Geschichte und moderner Gestaltung attraktive Freiräume mit einem besonderen Genius Loci herzustellen. Der Besucher wird auf anregende Art und Weise durch die Stadt geführt. Im Zusammenspiel von Materialität, Vegetation und gezielt eingesetzten besonderen Objekten kreieren die Landschaftsarchitekten einen Freiraum, der den Bürgern attraktive Aufenthaltsflächen eröffnet und dem Ort eine besondere Atmosphäre verleiht.

 

Projekterläuterung:

Kernidee der Neuplanung des öffentlichen Raums ist es das Gemeindehaus wieder stärker in das städtebauliche Zentrum zu rücken und einen neuen Zuschnitt für den Marktplatz zu formulieren. Das Konzept basiert auf zwei entscheidenden Ideen. Zum einen soll die Beziehung von der Einkaufsstraße und den neuen Marktplatz zum Gemeindehaus gestärkt werden. Zum anderen erhalten die Teilräume entlang dieser Linie eigene Gestaltungsthemen, sodass eine spannungsreiche Abfolge von Plätzen entsteht. Inhaltlich werden aus der Spezifik des Ortes, über seine industrielle Vergangenheit der Tuchfabrik Clermont die einzelnen Gestaltungsthemen entwickelt. Das Thema der Stoffe, wird über Belagsintarsien die sich in die Flächen des Freiraums legen, übersetzt.

Umgestaltung Marktplatz Vaals
Mit der städtebaulichen Neuordnung der Bebauung im Umfeld des Gemeindehauses in Vaals erhält auch der öffentliche Raum die Chance sich neu zu entwickeln. Kernidee der übergeordneten Neuplanung ist es das Gemeindehaus wieder stärker in das städtebauliche Zentrum zu rücken und einen neuen Zuschnitt für den Marktplatz zu formulieren.
Das landschaftsarchitektonische Konzept basiert auf zwei entscheidenden Ideen. Zum einen soll die Beziehung von der Maastrichterlaan mit ihren Geschäften über die Tyrellsestraat und den neuen Marktplatz zum Gemeindehaus gestärkt werden. Zum anderen erhalten die unterschiedlichen Teilräume entlang dieser Linie eigene Gestaltungsthemen, so daß eine spannungsreiche Abfolge von Plätzen entsteht. Inhaltlich werden aus der Spezifik des Ortes, über seine industrielle Vergangenheit der Tuchfabrik Clermont die einzelnen Gestaltungsthemen entwickelt. Das Thema der Stoffe wird über stilisierte Teppiche, die sich als Belagsintarsien in die Flächen des Freiraums einlegen, übersetzt.

Tyrellsestraat
Der direkte Anschluss an die Maastrichterlaan in das neue Quartier führt über die Tyrellsestraat. Sie wird als Läufer interpretiert. Entlang der neuen Bebauung kann man auf großen Betonplatten gut flanieren und einkaufen. Der Gehweg vor den Fassaden ist großzügig ausgebildet und bietet die Möglichkeit hier Stühle für Gastronomie oder Auslagen der Geschäfte zu platzieren.
Die Linie der Arkade fügt sich aus kastenförmig geschnittenen Lindenbäumen zusammen und hat eine leitende Wirkung. Neben der Funktion den steinernen Stadtraum mit dem gärtnerischen Thema der Pflanze stimmungsvoll aufzuwerten, sind unter dem Blätterdach verschiedene Funktionen untergebracht. Parkplätze und Fahrradstellplätze wechseln sich mit Pflanzflächen, Sitz- und Spielobjekten ab, die zum Verweilen einladen.
Beleuchtet wird der Raum über Linien aus Mastleuchten, die entlang der Bebauung sowohl eine leitende Wirkung haben, als auch in der Fläche die Zonierung zwischen Verkehr und Fußgängerbereich erkennbar werden lassen.

Marktplatz
Der Marktplatz erhält seine räumliche Fassung durch die neue Bebauungsstruktur aus dem städtebaulichen Masterplan. Der Entwurf sieht hier einen offenen und multifunktional bespielbaren Platz vor, der sich als Marktteppich in das übergeordnete Thema der Stoffe einfügt. Das Marktfeld lässt sich als Intarsie im Bodenbelag deutlich ablesen und interpretiert die Struktur eines Gewebes über ein Verlegemuster aus Betonpflastersteinen. Zusätzlich wird der Marktteppich mit einem Wasserspiel aus Fontänen ergänzt. Auch hier wir der städtische Raum mit einem pflanzlichen Akzent gestaltet. Ein besonders malerisch gewachsener Solitärbaum betont den Winkel der Bebauung.

Tuchterrasse
Die Fläche zwischen dem Neubau am Marktplatz und dem Gemeindehaus erhält das Thema Tuchterrasse. Die Fläche schiebt sich leicht aus der geneigten Bestandstopographie heraus und kann sowohl barrierefrei, als auch über Stufen erreicht werden.

Parkplatz und St. Paulusstraat
Die St. Paulusstraat wird stärker an das neue Quartier am Marktplatz angeschlossen. Um den Zusammenhalt zu stärken wird der Belag der Straße ebenfalls in Natursteinpflaster hergestellt. Dadurch soll auch der verkehrsberuhigte Wohnstraßencharakter stärker im Vordergrund stehen. Durch die Anordnung der Gebäude am Übergang zum Marktplatz entsteht ein kleiner Platz der gezielt mit einer gesetzten Baumgruppe den Verkehr von den Bewegungslinien der Fußgänger distanziert.