Bitte warten Sie.
Ihre Datei wird zum Server gesendet.


Lohsepark

Hamburg

Als zentrale Grünfläche der HafenCity erfüllt der Lohsepark mit seinen offenen Rasenflächen und über 530 Bäumen wichtige stadträumliche, soziale und ökologische Funktionen als Treffpunkt und Spielort, als Erholungsort und ökologischer Rückzugsraum.

550 m lang, zwischen zwei Wasserflächen eingespannt und in der Tradition der Hamburger Volksparks gestaltet, beinhaltet das Freiraumkonzept zwei grundlegende Ideen: Eine Blickachse von Wasser zu Wasser und eine präzise räumliche Staffelung in drei Höhenstufen: hohe Stadtebene, Parkebene und niedrige, historische Ebene.

Der in den Park integrierte Gedenkort "denk.mal Hannoverscher Bahnhof" erinnert an die Deportation von 8071 Juden, Sinti und Roma, in den Jahren1940-1945.

ATTRAKTIVER GRÜNER STADTRAUM IM ZENTRUM DER HAFENCITY

Den von der Hafencity Hamburg GmbH ausgelobten freiraumplanerischen Wettbewerb konnte VOGT Landschaftsarchitekten, Zürich/Berlin, im Jahr 2010 für sich entscheiden. Der in der Tradition der Hamburger Volksparks gestaltete Park ist mit seinen 4,4 ha Gesamtfläche die größte zusammenhängende Grünanlage der HafenCity. Geprägt durch eine freie Sichtachse erstreckt sich der 550 m lange und 100 m breite Park wie ein langes grünes Band von Wasser zu Wasser. Topographisch ist der Park in drei Ebenen gestaffelt: eine hohe Stadtebene, eine Parkebene und eine historische Ebene. Großzügige Rasenflächen laden zum Spielen und Verweilen ein. Lange Parkbänke, Sitzstufen und andere Möbel schaffen Ruhe- und Aufenthaltsmöglichkeiten. An den Längsseiten verbinden Bastionen genannte Terrassen aus Klinkerformsteinen den Park mit der Stadtebene barrierefrei.

530 BÄUME IN 20 PARKBAUMARTEN

Mehrstämmige Bäume, Arten mit malerischen Wuchsformen, ungewöhnlicher Blüte oder Herbstfärbung stehen auf den weiten Rasenflächen. Das klassische Parkbild unterstützen zudem die 'Follies' als traditionelle Elemente des Landschaftsparks, ein Säuleneichenhain als Umgrenzung des Basketballfeldes, mehrstämmige Hainbuchen als dichter Wald und die „Umzäunte Wildnis“ als Biotop im Park. Rund 70 Apfel- und Kirschbäume bereichern das Pflanzkonzept. Die Früchte der Bäume – alles alte Kultursorten – können von jedermann geerntet werden. Eine Bewohnerinitiative „Freunde des Lohseparks“ kümmert sich bereits engagiert um die Bewirtschaftung der Bäume.

Neben dem urbanen Ambiente des Parks, u. a. mit Spielanlagen für Kinder, einer steinernen Grotte sowie einer Streetball-Anlage, zeigt sich der Park an seiner nördlichen Grenze am Ufer des Ericusgrabens von einer weichen und naturnahen Seite: Eine sanft abfallende Uferböschung aus Gräsern, Stauden, Röhricht und Schilf schafft einen Kontrast zu den sonst mit Kaimauern gefassten Gewässern des Tidehafens.

"DENK.MAL HANNOVERSCHER BAHNHOF"

Wo heute der Lohsepark ist, standen einst auch Teile des Hannoverschen Bahnhofs. Von hier aus wurden zwischen 1940 und 1945 mindestens 8.071 Juden, Sinti und Roma deportiert. Das “denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ ist integraler Bestandteil des Parks. Die durch gefaltete Stützwände errichtete Fuge, verbindet den Lohseplatz als Teil des ehemaligen Bahnhofsvorplatzes quer durch den Park mit dem historischen Bahnsteig. Als Nachzeichnung des ehemaligen Gleisverlaufs fügt sich die Fuge mit dem Lohseplatz und dem Bahnsteig auf dem historischen Niveau von 5,50 müNN in die neue Stadtlandschaft ein. Wie eine tiefere geologische Schicht liegen diese Elemente unterhalb des neu entstandenen Parkniveaus von ca. 6,50 müNN und der neuen Stadtebene von 8,20 müNN. Der authentische Bahnsteig mit den historischen Gleisen wurde behutsam saniert. Gedenktafeln und Namenstafeln der 8071 Deportierten prägen den Ort und erinnern in würdevoller Weise an die Opfer und an das dunkle Kapitel des ehemaligen Bahnhofs. Das Areal des Gedenkortes wurde mit Birken, Robinien, Wildrosen gestaltet – Pioniergehölze, die sich an Bahnanlagen verbreiten.

Die Planung des Lohseparks war durch umfangreiche Beteiligungsverfahren mit Bürgern, Netzwerken der Bewohner, der ansässigen Schule und Kita geprägt. Die Gestaltung des Gedenkortes wurde gemeinsam mit Opferverbänden entwickelt. Im Juli 2016 feierten rund 20.000 Besucher mit dem Ersten Bürgermeister die offizielle Eröffnung des Parks.


Lageplan Lohsepark und "denk.mal Hannoverscher Bahnhof" © VOGT Landschaftsarchitekten, Hafencity Hamburg GmbH, 2016


Hauptweg und Sichtachse - Herbst 2016 © VOGT Landschaftsarchitekten AG, 2016


Bastion mit Brüstungsmauer aus Klinkerformsteinen © Franziska Husung, 2016


Die Fuge mit gefalteten Wänden und Brücke markiert den alten Gleisverlauf © Franziska Husung, 2016


Grotte - Highlight des Spielplatzes mit Intarsien und Stampfbetonschichten © Franziska Husung, 2016


Nördliche Wasserseite - Uferböschung mit Tideröhricht am Ericusgraben © Franziska Husung, 2016


Streetballfeld mit Säuleneichen und Sitzstufen © Thomas Hampel, Hafencity Hamburg GmbH, 2016


Kicken im Park - Eröffnungsfest Sommer 2016 © Thomas Hampel, HafenCity Hamburg GmbH, 2016


Tango im Lohsepark - Sitzstufen HafenCity Universität - Eröffnungsfest 2016 © Thomas Hampel, HafenCity Universität, 2016


Spielen, Balancieren, Kirschen essen - Sommer im Park 2016 © Thomas Hampel, HafenCity Hamburg GmbH, 2016


Entwurfsverfasser
Prof. Günther Vogt, VOGT Landschaftsarchitekten AG, Zürich und Berlin

Mitarbeiter
Günther Vogt, Johannes Hügle, Nicola Eiffler, Michael Eckardt, Florian Mänz


Fachplaner / Bauleitung
BBS Landschaftsarchitekten, Hamburg (Bauüberwachung)
Grundbauingenieure Steinfeld und Partner, Hamburg
Binnewies Ingenieurgesellschaft mbH, Hamburg
WTM Engineers GmbH, Hamburg
Ingenieurbüro Ludanek, Hamburg (Bauüberwachung Ing.-Bau)
PRISMA GmbH, Hamburg (Projektsteuerung)

am Bau beteiligte Firmen
Wiese und Suhr GmbH, Hamburg (Garten- und Landschaftsbau)
Zum Felde GmbH, Hamburg (Garten- und Landschaftsbau)
EGGERS, Umwelttechnik GmbH, Hamburg (Erdbauarbeiten)
HC Hagemann GmbH, Hamburg (Bastionen, Stützwände und Brücke Gedenkort)
Fr. Holst GmbH & Co. KG, Hamburg (Freitreppe und Ufereinfassung)
Bruns Pflanzen-Export GmbH & Co KG, Bad Zwischenahn (Pflanzenlieferung)
Kukuk GmbH, Stuttgart (Spielobjekte)
Golem GmbH Kunst und Baukeramik, Sieversdorf (Klinkerformsteine)


Auftraggeber | Bauherr
HafenCity Hamburg GmbH
Osakaallee 11
20457 Hamburg

Verantwortlich:
Andreas Schneider
Dipl.-Ing. Senior Projektmanager
Landschaftsarchitekt AKHH

Bearbeitungszeitraum
Planung ab 2010, Fertigstellung 2016

Planungs- / Baukosten
14,5 Mio Euro netto